Das, was man nicht sehen kann..

.. macht den wahren Wert eines Menschen aus.

„Nach einem Arztreport der Krankenkasse Barmer nimmt die Anzahl psychischer Störungen und Erkrankungen bei jungen Menschen stark zu. 2016 lag der Anteil der Betroffenen bei etwa einem Viertel der 18 – 25 Jahren und betrug damit 1,9 Millionen im Altersbereich dieser Gruppe. Sehr auffällig ist der Anstieg von Angststörungen und Depressionen.“ (Krankenkassenzentrale)

Immer mal wieder beschäftigt mich die drastische Zunahme psychischer Erkrankungen bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren. Seit 2012 ist die Entwicklung wirklich alarmierend. Nicht umsonst entwickeln sich zunehmend mehr Online-Beratungs-Plattformen, bereits für Kinder und Jugendliche, um eine anonyme Beratung auf den ‚Kanälen‘ (Social Media, Mail, WhatsApp und Co.) dieser Generation zu ermöglichen. Ich möchte nicht wissen wie alarmierend die Zahlen sonst wären, wenn es diese Angebote nicht gäbe. Ich finde sie auch absolut notwendig und gut, jedoch wird daneben zu wenig hingeschaut und thematisiert, was für Mechanismen und Werteentwicklungen in der Gesellschaft überhaupt zu einer derartigen Entwicklung führen können.

Neben noch weiteren Ursachen (welche ich nochmal separat benennen werde) wird die Zunahme psychischer Erkrankungen bei jungen Erwachsenen u.a. auch auf die Auswirkungen digitaler Medien, im speziellen der Benutzung sozialer Plattformen, zurückgeführt. Ich möchte nun auch nicht zu tief in die Thematik eintauchen, da ich mich sonst hier um Kopf und Kragen rede und den Beitrag vermutlich niemand mehr bis zum Ende liest – Stichwort ‚Medienkompetenz‘. Vielleicht schreibe ich da in einem separaten Beitrag nochmal was zu, auch wenn dies in meiner Ausführung eher in den pädagogischen Bereich fallen würde und daher nicht wirklich hierher passt – auch wenn die Übergänge teilweise sehr fließend sind. Ich werde mir darüber noch Gedanken machen.

Ich möchte an dieser Stelle nur auf einen einzigen Aspekt kurz eingehen, nämlich den des Körperbilds in den sozialen Medien. Seit einiger Zeit ist mir bereits, bei der ein oder anderen sozialen Plattform als auch im AppStore aufgefallen, dass es mittlerweile ja gefühlt für alles irgendwelche ‚Filter‘ oder ‚Bearbeitungsmöglichkeiten‘ gibt und die Liste wird auch leider nie kürzer: lange Wimpern, Sommersprossen, man kann seine Kinnpartie schmaler machen, seine Augen größer, seine Lippen voller und was weiß ich nicht noch alles. Wieso gibt es das überhaupt? Und damit wird sogar noch Geld verdient mit irgendwelchen kostenpflichtigen Apps oder angebotenen Abos für besagte Apps.

Es wird Geld verdient, auf Kosten des sowieso schon eher negativ behafteten Körperbilds von Jugendlichen und Heranwachsenden und ja, genau das wird sogar schamlos ausgenutzt. Nun kann sich jeder einfach so ‚bearbeiten‘, wie er oder sie gerne aussehen möchte oder auch nur denkt, aussehen zu müssen, um als besonders attraktiv zu gelten. Und sich dabei nur auf das Äußere von dem sehr komplexen Konstrukt der Attraktivität reduziert, da innere Werte und Gedanken ja sowieso nicht interessieren? Was bitte ist das für eine kranke und verzerrte und absolut surreale Gesellschaft, in der wir leben?

Und inmitten solchen Denkens und in dieser verzerrten Wahrnehmung des Lebens und des eigenen Körpers sollen sich psychisch gesunde und selbstbewusste Menschen entwickeln können, die sich ihres eigenen Wertes – unabhängig von ihrem Körper – bewusst sind? Finde den Fehler!

Natürlich sind soziale Plattformen viel mehr als dieses Phänomen, über welches ich so erschrocken bin, aber dennoch ist es mir aufgefallen und lässt mich wirklich zweifeln und nachdenken, ob es da noch irgendeine ‚Notbremse‘ gibt, so dass diese Entwicklung nicht noch weiter ihren Lauf nimmt, mit damit einhergehenden Konsequenzen für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung und Gesundheit.

Eure Sophie von PsychInfos