Selbstmitgefühl

Mit anderen Menschen hat man häufig mehr Mitgefühl als mit sich selbst. Oft verurteilt man sich sehr, wenn man denkt, einen Fehler gemacht zu haben. Man kann sich selbst nur schwer vergeben und ist oft sehr streng mit sich und das Mitgefühl fällt meist sehr dürftig aus.

David Dewulf (Arzt) formuliert etwas Wundervolles in der aktuellen Zeitschrift ‚Flow‘:

„Manche glauben, Vergebung bedeute, dass man immer einverstanden mit dem sein müsse, was einem im Leben passiert. Aber das ist kaum möglich und auch gar nicht nötig. Manche Dinge wird man nie ganz loslassen können. Sie sind Teil der eigenen Existenz. Sei es ein Groll auf andere oder auch auf eigene vermeintliche Unzulänglichkeiten. Doch es geht um Folgendes: Statt zuzulassen, dass vergangene Ereignisse oder bestehende Schwächen das Leben vollständig verdüstern, kann man sie als eine dunkle Wolke an einem ansonsten weitgehend blauen Himmel ansehen. Und selbst wenn es sich um eine massive Wolkendecke handelt – durch sie hindurch kann immer die „Sonne des Mitgefühls“ scheinen: auf uns selbst, aufs Leben, auf andere.“

Ich wünsche uns allen ein Leben mit mehr Selbstmitgefühl 🖤

Eure Sophie von PsychInfos

Wie du Menschen in einer depressiven Phase unterstützen kannst

Manchmal handelt es sich bei den Betroffenen um die eigene Partnerin oder den Partner, andere Familienangehörige, Freunde, Arbeitskollegen .. es ist schön und wichtig als Angehöriger zu wissen, wie man die Menschen in einer depressiven Phase unterstützen kann.

Wie genau kannst du Menschen in einer depressiven Phase bestmöglich begleiten und unterstützen? Dies sind vorerst nur ein paar Ideen, die dem Betroffenen eventuell helfen könnten und ihm das Gefühl geben, auch an den dunkleren Tagen genauso wertvoll und wichtig zu sein!

  • Informiere dich über die Krankheit
  • Biete dem Betroffenen einen ’sicheren Ort‘, in welchem der Betroffene sich nicht verstellen muss
  • Biete an etwas gemeinsam zu machen – sei es ein Spaziergang, oder einen Film oder die Lieblingsserie anzuschauen oder, oder ..
  • Akzeptiere es, wenn derjenige etwas Raum für sich benötigt und alleine sein möchte und nimm es ihm/ihr nicht übel
  • Erinnere daran, dass du für sie oder ihn da bist, und dass ihr das gemeinsam durchsteht
  • Sag der Person, dass sie keine Belastung oder „Zumutung“ ist und dass dir die Person auch an den ‚dunkleren‘ Tagen genauso viel bedeutet, wie sonst auch
  • Biete physische Nähe an, wenn sie gewünscht ist (eine Umarmung, einen Kuss, eine Massage, etc.)
  • Erinnere Sie an ihre innere Stärke und daran, was Sie bereits alles geschafft haben
  • Vergiss dich selbst nicht und sorge auch gut für dich!!

Mein nächster Beitrag wird sich damit beschäftigen, was du konkret tun kannst, wenn ein Freund oder Angehöriger mit Suizidgedanken zu kämpfen hat und konkrete Suizidwünsche äußert und wie du dich da verhalten kannst!

Wenn du Fragen oder Anmerkungen zum jetzigen Beitrag dazu hast, kannst du gerne Kontakt zu mir aufnehmen oder hier unter dem Beitrag einen Kommentar hinterlassen.

Ich freue mich über den Austausch und wünsche einen guten Start morgen in die neue Woche und auch bald in den neuen Monat 🙂

Eure Sophie von PsychInfos

200 Abonnenten bei Instagram 🖤

200 Abonnenten hat PsychInfos nun bei Instagram 😊

Vielen lieben Dank an jeden Einzelnen davon und natürlich auch an jeden Einzelnen, der mir bei Facebook folgt oder meine Seite direkt bei WordPress abonniert hat!

Bei Instagram habt ihr nun die Möglichkeit mir im Kommentar zu dem Bild Themenwünsche zu schicken, die ich alle (!) nach und nach dann abarbeite und dazu jeweils Beiträge schreibe. Was interessiert euch? Was wollt ihr wissen? Schreibt mir bei Instagram einen Kommentar unter das Bild, ich freue mich von euch zu lesen und zu lesen, welche Themen euch interessieren 🖤

Hier der Link direkt zum Post:

Eure Sophie von PsychInfos

Depression bei Männern – „Ich bin doch kein Weichei!“

Photo by Nathan Cowley on Pexels.com

Ein Thema, welches sehr wichtig ist zu betrachten, vor allem unter dem Aspekt der häufiger auftretenden vollendeten Suiziden bei Männern. Insgesamt zählen Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Die WHO (World Health Organization) schätzt die Zahl der Menschen mit Depressionen in Deutschland auf 4,1 Millionen. Daher wird auch von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe völlig zurecht von einer Volkskrankheit gesprochen. Die Dunkelziffer, so wird vermutet, ist allerdings noch weit höher. Depressionen sind die häufigste Ursache für einen Selbstmord, vor allem bei jüngeren Menschen.

Laut dem statistischen Bundesamt nehmen Männer sich deutlich häufiger das Leben als Frauen. Ca. 76% der Suizide wurden von Männern begangen.

Ein Problem sehe ich darin, dass bei Männern jedoch eine Depression seltener erkannt und behandelt wird, da sie sich häufig auch symptomatisch anders darstellen kann, als es bei Frauen der Fall ist. Daher möchte ich in diesem Beitrag gerne etwas genauer die Symptomatik einer ‚männlichen‘ Depression herausstellen, um dafür zu sensibilisieren.

Mögliche Symptome einer Depression bei Männern sind …

  • ausgeprägtes Leistungsdenken und damit einhergehende ‚Fluchten‘ in z.B. Arbeit oder Sport
  • erhöhte Reizbarkeit und aufbrausendes Verhalten
  • Aggression und Wutanfälle
  • Neigung zu Vorwürfen und nachtragendem Verhalten
  • erhöhte Risikobereitschaft (z.B. im Sport und/oder Straßenverkehr)
  • Schlafstörungen
  • vermehrter Alkohol- und Nikotinmissbrauch
  • Suizidgedanken

„Eine depressive Störung zuzugeben oder Hilfe zu suchen, bedeutet im traditionellen Männlichkeitsskript noch immer Status-, Männlichkeits- und Identitätsverlust“ (ÄrzteZeitung, 2018). Das erklärt auch die häufig auftretende Flucht in die Arbeit, den Sport oder auch den Alkohol, um den wahrgenommenen (häufig unbewussten) Verlust von sogenannter „Männlichkeit“ zu kompensieren. Trotz zunehmender Antriebslosigkeit versucht man, seine Aufgaben trotzdem weiter zu erfüllen, auch wenn dies einem immer schwerer fällt und immer mehr Zeit in Anspruch nimmt. Auch daraus kann sich ein Teufelskreis aus Überbeanspruchung und damit zusätzlichem Stress ergeben. Dies ist den Betroffenen oft nicht bewusst, doch viele gestehen sich nicht ein, dass sie erschöpft, traurig und teilweise ausgebrannt sind. Denn das passt einfach nicht in das traditionelle gesellschaftlichen Männerbild. Und das ist gefährlich!

Alle Menschen sollten dafür sensibilisiert werden, dass Depressionen sicher auch bei Männern genauso oft vorkommen wie bei Frauen, nur dass diese meist noch größere Probleme haben dies zu äußern („Ich bin doch kein Weichei!“) oder sie aufgrund anderer auftretender Symptomatik, wie z.B. vermehrtem Alkoholkonsum häufig auch als „Suchterkrankung“ diagnostiziert wird, hinter der jedoch häufig eine Depression liegen kann. Das Problem dabei ist dann, dass die Suchterkrankung beispielsweise symptomatisch behandelt wird, jedoch Rückfälle wahrscheinlich sind, da das dahinterliegende ursprüngliche ‚Problem‘ gar nicht erst erkannt wird.

Auch wenn andere Symptomatiken zu stark werden, z.B. Schlaflosigkeit, gehen Männer vielleicht zum Arzt, jedoch wird auch hier dann häufig nur symptomatisch behandelt. Daher ist es auch wichtig, dass durch regelmäßige Arztfortbildungen und eine entsprechende Sensibilisierung Fachpersonal entsprechend geschult wird.

Und nein Männer, ihr seid keine „Weicheier“ oder „Sensibelchen“, wenn ihr äußert, dass ihr energie- und kraftlos seid und Ängste und Niedergestimmtheit oder sogar Suizidgedanken mit euch herumtragt! Ganz im Gegenteil, so sehe ich das und ich hoffe auch viele andere Menschen, als unheimliche Stärke an, sich das einzugestehen und dies vertrauten Personen gegenüber zu äußern. Traut euch zu sagen, was ihr fühlt und fühlt euch bitte nicht in eurer ‚Männlichkeit‘ angegriffen, wenn Menschen in eurem Umfeld sich um euch sorgen. Das tun sie, weil sie euch lieben und euch nicht verlieren möchten! Und nicht, um euch eurer ‚Männlichkeit‘ zu berauben!

Eure Sophie von PsychInfos

Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html

Wüstel, Jens-Michael, Männliche Depression, 2018, Beltz-Verlag

Radikale Akzeptanz

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„Es ist, wie es ist.“

Ein Satz, der schnell über die Lippen geht, doch wird er auch wirklich so gefühlt? Ich vermute, dass das Bestreben nach dem Fühlen dieses Satzes zwar immens ist, aber es nur wenige Menschen wirklich schaffen, nach der sogenannten Radikalen Akzeptanz zu leben. Es geht bei der Radikalen Akzeptanz zusammengefasst darum, das Erleben und Erfahren im Hier und Jetzt, inklusive der eigenen Reaktion darauf (!) eben zu akzeptieren, wie es ist. Es stammt aus dem Fertigkeitentraining zur Emotionsregulation von Marsha Linehan (Begründerin der Dialektisch Behavioralen Therapie (DBT) der Borderline-Persönlichkeitsstörung), die jedoch auch selbst Betroffene ist.

Ich denke persönlich, dass es eine der schwierigsten Aufgaben für uns Menschen ist, Dinge anzunehmen, wie sie nunmal sind – ohne sie zu bewerten oder ganz schnell loswerden zu wollen, z.B. den Ärger, den man über eine bestimmte Situation spürt. Es kann sich hier im Alltag um ganz harmlose Dinge handeln, wenn z.B. ein Zug Verspätung hat. Doch Menschen mit psychischen Erkrankungen haben mit wesentlich schwerwiegenderen Verlusten und Dingen zu kämpfen, die den verspäteten Zug doch allzu harmlos erscheinen lassen. Aber jeder weiß, was für ein Ärger auch schon der verspätete Zug in einem bereits schonmal ausgelöst hat oder auch vergleichbare Alltagssituationen.

Und das soll in keinster Weise heißen, dass man jegliches ignorantes oder egoistisches Verhalten von Mitmenschen einfach so annehmen soll, weil es „halt so ist“. Es geht vielmehr um das Erkennen und Annehmen der eigenen Emotionen dabei und dem eigenen Gefühl eine Berechtigung zu geben und es anzunehmen, anstatt es wegdenken oder weg’lösen‘ zu wollen, da wir doch immer allzu lösungsorientiert für jede Situation direkt eine Lösung parat haben wollen. Natürlich ist es schön, wenn es Lösungen gibt, doch in manchen Situationen und Beziehungen gibt es keine eine Lösung und da birgt die Radikale Akzeptanz ein unheimliches Potenzial. Gefühle wahrnehmen, nicht bewerten und einfach da sein lassen. Und bevor man auf etwas reagiert, innerlich einen Schritt zurück gehen und die Situation einfach betrachten, ohne direkt im emotionalen Rausch zu handeln.

Wir können damit bei kleinen Sachen im Alltag anfangen, z.B. wenn wir morgens nach dem Aufstehen feststellen, dass wir keinen Kaffee mehr zu Hause haben (für mich persönlich allerdings auch schon gar keine kleine Sache mehr) oder .. oder .. oder .. es gibt unzählige Beispiele in unserem Alltag, an denen wir die Radikale Akzeptanz erproben können.

Und wenn wir dies im Alltag gut erprobt und ausprobiert haben, klappt es vielleicht mit der Zeit auch bei größeren und schwerwiegenderen Sachen im Leben.

Probiert es für euch aus, wie es euch damit geht, statt eure Gefühle wegdrängen oder direkt weg’lösen‘ zu wollen, sie stattdessen einfach mal so anzunehmen, wie sie nunmal eben sind. Womöglich verflüchtigen sie sich durch die Radikale Akzeptanz wesentlich schneller, als wenn man sie mit der Zeit mit einer ganzen Palette an unterschiedlichen Gefühlen den Tag über ansammelt, bis sie irgendwann aus einem heraus’explodieren‘ und dann womöglich den Menschen treffen, der am wenigsten dafür kann – der einfach nur gerade zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Wenn ihr mögt, schreibt mir gerne, welches Gefühl ihr oft mit euch herumtragt und ihr aber gerne loswerden möchtet. Und probiert doch mal aus, wie es für euch ist, wenn ihr es ganz bewusst mal versucht von ‚außen‘ zu betrachten – einen Schritt zurück geht in jeweiliger Situation – und es einfach annehmt, ohne es zu bewerten.

Und auch ich probiere mich verstärkt damit und kann euch sagen, dass ich es verdammt schwierig finde. Aber auch merke ich, dass es in der letzten Woche mein Leben und mein Befinden doch manches Mal auch schon durchaus positiv beeinflusst hat. Und ich denke, wie vieles, ist auch dies eine Sache, die man üben kann und sogar muss, damit es Effekte zeigt.

Eure Sophie von PsychInfos

„Jetzt reiß dich mal zusammen!“ oder andere Reaktionen auf eine Depression

Nicht nur von Allgemeinärzten werden Depressionen teilweise verharmlost oder auch lange gar nicht erst erkannt – vor allem bei Männern. Depressionen äußern sich bei Männern häufig nämlich ganz anders als bei Frauen, aber dazu wird es einen separaten Beitrag geben, in welchem ich die ‚weibliche Depression‘ mit der ‚männlichen Depression‘ anschaulich vergleichen werde.


„Warten wir erstmal etwas ab, in der dunklen Jahreszeit sind viele Menschen mal schlecht drauf“, bekommt man dann vielleicht in einer Arztpraxis zu hören, nachdem man sich, nach vermutlich langer Zeit, endlich überwunden hat, professionelle Hilfe zu suchen.
Und wahrscheinlich bereut man es in dem Moment direkt wieder und der Zweifel an seiner eigenen Wahrnehmung nimmt sofort wieder zu.


Auch von Bekannten bekommt man vielleicht Sätze zu hören wie „Du depressiv? Wieso das denn? In deinem Leben läuft doch alles gut!“ oder „Reiß dich mal zusammen, anderen geht es viel schlechter als dir!“ – Ja, all das sind Sätze, die die meisten Betroffenen vermutlich schon einmal gehört haben. Und die bewirkt haben, dass sie sich noch mehr schämen, als sie es eh schon tun. Häufig haben Menschen mit Depressionen einen hohen Leistungsdruck und einen stark ausgeprägten sogenannten ‚inneren Kritiker‘ und da sind solche Sätze aus dem Umfeld nicht förderlich!

Manche der Angehörigen sind vielleicht überfordert und wissen spontan nichts darauf zu sagen, aber dann wäre es besser die eigene Unsicherheit zu äußern oder denjenigen einfach nur in den Arm zu nehmen und einfach gar nichts zu sagen. Denn mit derartigen Aussagen macht man den Menschen keinen Mut, sondern bestärkt sie in ihrer sowieso schon gefühlten Unzulänglichkeit nur noch mehr.

Sophie von PsychInfos

Suizidalität

Der Gedanke daran nicht mehr leben zu wollen ist eine allzu menschliche Reaktion auf eine, gefühlt, nicht überwindbare Krise oder Lebenssituation. Auch wenn dies für viele in unserer Gesellschaft nicht verständlich erscheint. Die Zahlen der jährlichen Suizide sprechen für sich. Im Jahr 2018 starben in Deutschland insgesamt 9 396 Personen durch Suizid – das waren über 25 Personen pro Tag (Statistisches Bundesamt, 2020).

Immer mal wieder habe ich, selbst in meinem nahen Bekanntenkreis, Aussagen gehört wie „Jeder, der sich umbringt, ist doch einfach nur feige!“ oder „Wie kann man denn so egoistisch sein?“. Die Gespräche endeten in Diskussionen, die von meinem Gegenüber meist versucht wurden zu beenden mit der Aussage „Da sind wir halt einfach unterschiedlicher Ansicht!“.

Nein, das hat nichts mit irgendeiner Ansicht zu tun, sondern solche Aussagen sind Zeichen dafür, dass Menschen nicht wissen können oder auch nicht wollen, dass andere Menschen so verzweifelt oder schwer erkrankt sein können (meist psychisch), dass sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, als ihr Leben eigenmächtig zu beenden und, dass es sich in den meisten Fällen nicht um eine unüberlegte impulshafte Entscheidung handelt, sondern über die oft lange nachgedacht wurde. Und meist ist die Wahrnehmung der Betroffenen noch so verzerrt, dass sie ernsthaft denken ihrer Familie und ihrem Umfeld mit ihrem Suizid einen Gefallen tun und sie dann endlich keine „Belastung“ mehr für Andere sind – von egoistischem Handeln kann da meines Erachtens absolut keine Rede sein!

Wir dürfen uns der Thematik nicht verschließen und sie tabuisieren – betroffene Menschen mit Suizidgedanken nicht verurteilen, sondern ihnen Aufmerksamkeit schenken und sie wahrnehmen – und uns nicht auf unsere Hoffnung verlassen, „dass sie sich schon nichts antun werden“.

Ich möchte nicht sagen, dass jeder Suizid verhindert werden kann, aber ich bin mir sicher, dass es weit weniger Suizide geben würde, wenn die Verurteilung und Stigmatisierung in unserer Gesellschaft gänzlich aufhören würde, so dass die Menschen sich trauen ihre Gefühle und Gedanken anzusprechen und sich zu öffnen. Ansonsten kommt es zu der Negativspirale, wie auch in meinem letzten Beitrag schon beschrieben und der Rückzug verstärkt sich und damit auch oft die Verzweiflung und gefühlte Auswegslosigkeit.

Sophie von PsychInfos

Was du für die Entstigmatisierung psychischer Krankheiten tun kannst

Im übertragenen Sinne bedeutet Stigma, dass ein bestimmtes Merkmal (z.B. Depression) mit einer negativen Eigenschaft (z.B. faul sein) oder aber einem Vorurteil verknüpft wird. Es gibt verschiedene Arten von Stigmatisierungen, auf welche ich nun aber aufgrund der Übersichtlichkeit nicht eingehen werde.

Sehr wichtig ist es mir aber darauf aufmerksam zu machen, dass jegliche Stigmatisierung vom Umfeld dazu führen kann, dass früher oder später die betroffene Person die Annahmen aus dem Umfeld übernimmt und es somit zu einer Selbststigmatisierung kommt.

Das erhöht den sowieso schon vorhandenen Leidensdruck im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung nochmal zusätzlich. Generell wirken sich Stigmatisierungen, egal welcher Art, negativ auf das Selbstwertgefühl aus und häufig führt dies in eine Negativspirale und einen Teufelskreislauf aus Selbstentwertung, Scham und Angst vor zusätzlicher Verurteilung durch Andere, wo man sich doch selbst oft schon verurteilt.

Und getrieben von dieser Angst, suchen Betroffene sich oft keine professionelle Unterstützung und die Symptome verschlechtern sich zunehmend. Die Verschlechterung der Symptome kann zu vermehrtem Rückzug entweder der Freunde und Bekannten oder des Betroffenen selbst führen und so geht es weiter und tiefer in den dunklen Sog.

Sind Menschen nicht bedeutend mehr als eine Diagnose oder noch spezieller eines ICD-10-Codes?

Was also kann jeder konkret für eine Entstigmatisierung psychischer Krankheiten tun?

Selbstreflexion: sich selbst bewusst werden, über eigene Vorurteile, mit denen man Menschen begegnet; denn niemand, auch kein Therapeut, ist von Vorurteilen gänzlich frei; nur sollte man sie sich bewusst machen, um sie dadurch zu entkräften und bestenfalls gänzlich ablegen zu können

– Kommunizieren: wenn euch in irgendwelcher Art von Medien Stigmatisierungen auffallen, schreibt das entsprechende Medium (z.B. Social-Media-Plattformen, Zeitungen, etc.) doch einfach an und benennt eure Wahrnehmung; manchen Menschen ist es vielleicht selbst gar nicht bewusst. Ebenso bei Freunden oder der Familie oder dem Partner: benennt es!

– Aufklärung/Infomaterial: informiert euch und euer Umfeld über bestimmte Erkrankungen. Lieber informieren statt uninformiert zu urteilen und zu verurteilen.

Das Thema Stigmatisierung psychischer Erkrankungen ist mir wirklich eine Herzensangelegenheit, denn ich habe in den letzten 10 Jahren sehr viele Menschen kennengelernt, sowohl in meinem privaten als auch in meinem beruflichen Umfeld, die sich aus Angst vor Stigmatisierung entweder viel zu spät oder gar keine Unterstützung gesucht haben und teilweise resultierten daraus unnötig lange Krankheitsverläufe oder es kam zu noch schwerwiegenderen Folgen.

Liebe Grüße,

Sophie von PsychInfos

Herzlich Willkommen bei PsychInfos ..

Diese Seite verfolgt unterschiedliche Ziele, wobei es mir persönlich ein großes Anliegen ist, das allgemeine Krankheitsverständnis von psychischen Erkrankungen zu verbessern und damit Betroffenen die Krankheitsbewältigung zu erleichtern, als auch Angehörige im Umgang zu sensibilisieren aber auch zu unterstützen.

Im Hinblick auf die drastische Zunahme psychischer Erkrankungen – und das bereits im Kindes- und Jugendalter – möchte ich auch allgemein das Thema der Psychohygiene thematisieren, zur Erhaltung der psychischen und geistigen Gesundheit

Ein weiteres wichtiges und persönliches Anliegen liegt für mich in der Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen und der Stärkung des Bewusstseins und auch der Akzeptanz psychischer Erkrankungen in der Gesamtbevölkerung – durch Aufklärung und der Vermittlung von wissenschaftlich fundiertem Wissen.

Bei speziellem Interesse an einer bestimmten Thematik oder einer bestimmten Fragestellung im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen oder auch psychischer Gesundheit, darf gerne Kontakt zu mir aufgenommen werden. Ich bin gespannt wie sich dieses Projekt von mir entwickelt und freue mich sehr darauf!                                                    

Liebe Grüße,

Sophie von PsychInfos