Sommerurlaub zum Durchatmen bis 1.8.2020

Hallo Ihr Lieben,

nicht, dass ihr denkt es kommen gar keine neuen Beiträge mehr von mir. Ich habe bereits angefangen mit einem neuen (gewünschten) Beitrag zum Thema ‚Selbstliebe‘ und habe gemerkt, dass ich nur authentisch in dem sein kann, was ich schreibe, wenn ich es auch selbst für mich beherzige und gut auf mich achte. Das Jahr 2020 war für alle vermute ich eine wirkliche Herausforderung bisher. Und da sich bei mir gerade einfach alles überschlägt – sowohl privat als auch beruflich – gönne ich mir einen kleinen Urlaub und brauche ihn auch! In dieser Zeit möchte ich mich nun gedanklich nur auf mich und meine Herzensmenschen besinnen und konzentrieren, um dann ab dem 1.8. wieder sortiert und aufgeräumt mit viel neuem Input für euch alle da sein zu können. Der erste Beitrag am 1.8. wird zum Thema, wie ich eben schon andeutete, ‚Selbstliebe & Selbstwert‘ sein. Freut euch drauf!

Fahrt ihr in den Urlaub? Gönnt ihr euch eine kleine Auszeit in diesem turbulenten Jahr 2020? Und wenn ja, wie?

Eure Sophie von PsychInfos

Was kann ich bei psychischen Krisen tun?

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Was kann ich tun, wenn es mir nicht gut geht und ich keinen Ansprechpartner habe? An wen genau kann ich mich wenden?

Ich habe hier auf Wunsch einen kleinen Leitfaden erstellt, der dir oder auch Angehörigen vielleicht hilft. Ich werde diesen Leitfaden auch laufend aktualisieren und gerne kannst du mir noch weitere Angebote schreiben, von denen du gehört hast und ich nehme sie mit auf.

Mit der Zeit wird sich der Leitfaden sicher dann gut füllen, dies ist nur eine erste Aufzählung von Möglichkeiten!

Der Leitfaden wird auch im Downloadbereich dauerhaft für euch verfügbar sein!

Eure Sophie von PsychInfos

200 Abonnenten bei Instagram 🖤

200 Abonnenten hat PsychInfos nun bei Instagram 😊

Vielen lieben Dank an jeden Einzelnen davon und natürlich auch an jeden Einzelnen, der mir bei Facebook folgt oder meine Seite direkt bei WordPress abonniert hat!

Bei Instagram habt ihr nun die Möglichkeit mir im Kommentar zu dem Bild Themenwünsche zu schicken, die ich alle (!) nach und nach dann abarbeite und dazu jeweils Beiträge schreibe. Was interessiert euch? Was wollt ihr wissen? Schreibt mir bei Instagram einen Kommentar unter das Bild, ich freue mich von euch zu lesen und zu lesen, welche Themen euch interessieren 🖤

Hier der Link direkt zum Post:

Eure Sophie von PsychInfos

Wenn dir alles zuviel wird ..

Es gibt Phasen im Leben, da hat man das Gefühl, dass alles einfach nur noch chaotisch ist. Die ToDo-List wird immer länger und man hat das Gefühl sie nicht mehr bewältigen zu können. Zusätzlich sind dann da noch Gedanken und Emotionen in einem, die unsortiert und chaotisch sind, eventuell noch offene oder ungeklärte Konflikte mit Mitmenschen. Es fühlt sich alles nur noch an wie ein absoluter ‚Overkill‘.

Da gibt es übrigens einen tollen Song von Bosse mit gleichnamigem Titel.

Was tun, wenn alles zu viel wird?

Ein paar Ideen, was du bei Erschöpfung und Überforderung tun kannst:

  • Mach eine Prioritätenliste und übernimm die Verantwortung für deine Entscheidungen! Was ist dir gerade besonders wichtig? Müssen einzelne Aufgaben priorisiert erledigt werden? Oder musst du erst im privaten Umfeld etwas klären, bevor du konzentriert arbeiten kannst? Entscheide dich, stehe dann dazu und handel dementsprechend, ohne Angst vor Ablehnung oder Unverständnis. Niemand außer dir muss damit einverstanden sein und danach leben – nur DU!
  • Akzeptiere die Situation und habe Verständnis für dich!
  • Laufen! (Am besten in der Natur und mit lauter Lieblingsmusik in den Ohren)
  • Auszeiten! Auch wenn es dir schwerfällt, nimm dir bewusst Auszeiten; schaue einen guten Film, lies ein Buch
  • Handy aus! Sofern es dir möglich ist, schalte dein Handy mal einige Stunden aus und besinne dich nur ganz auf dich allein und denke darüber nach, was dir wichtig ist und was du dafür tun musst
  • Visualisiere dir deine Ziele! Stelle dir bildlich und ganz konkret vor, worauf du hinarbeitest, was du in deinem Leben erreichen möchtest und wie du das ganz konkret erreichen kannst – (nimm dafür eventuell auch Bezug auf deine Prioritätenliste).
  • Mache dir einen Plan! Mache dir einen Tagesplan, oder Wochenplan, wo jedoch nicht nur Aufgaben eingetragen werden, sondern auch bewusst Auszeiten mit eingeplant werden.
  • Gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf!
  • Keine Vergleiche! Vergleiche dich oder deine Situation nicht mit denen Anderer. Du bist Du! Und wenn du dich überfordert fühlst, dann ist das gerechtfertigt und du solltest es ernst nehmen, egal wieviel eine Freundin von dir gleichzeitig ‚wuppt‘ ohne mit der Wimper zu zucken. Es ist egal! Nimm dich und dein Gefühl ernst!

Teilt mir auch gerne mit, was euch sonst noch hilft, wenn euch mal alles zu viel wird!

Ich wünsche euch etwas mehr Ruhe im Chaos und ein schönes Wochenende,

Eure Sophie von PsychInfos

Niemand ist vorurteilsfrei!

Photo by Markus Spiske on Pexels.com

Jeder Mensch trägt, wie es auch der Pionier der Vorurteilsforschung, Gordon Allport (US-Psychologe) bestätigte, Vorurteile, also vorschnelle Urteile über Andere, fest verankert in sich. Ich vermute meist sogar mehr, als es Demjenigen überhaupt bewusst ist. Denn wenn man mal ganz ehrlich in sich hinein fühlt und seine Gedanken und Gefühle reflektiert, dann merkt man sicherlich, dass da doch einige viele ungeprüfte Beurteilungen über andere Menschen in einem schlummern. Egal ob es sich dabei um Vorurteile gegenüber einer bestimmten Patienten- oder eher Diagnosegruppe (z.B. „die Borderliner“) handelt, um Vorurteile bezüglich einzelner Berufsgruppen (z.B. „Psychologen wollen sich doch nur selbst therapieren“) oder, oder, oder ..

Und der Ursprung dieser unbewussten ‚Vorentscheidungen‘ erfüllt auch durchaus einen sinnvollen Zweck; denn der Mensch als soziale Spezies, die er nun mal ist (auch wenn ich das bei manchen Vorkommnissen, die geschehen, manchmal nur schwer bis gar nicht glauben kann), zeigt ein größeres Vertrauen in die ‚eigene Gruppe‘ als in die ‚fremde Gruppe‘. Hier kann es sich sowohl um eine Berufszugehörigkeit oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie oder auch andere Gruppenzugehörigkeiten handeln.

Beruhend auf diesem Mechanismus entsteht auch Rassismus und daher handelt es sich um ein Thema von hoher Relevanz sowohl für mich persönlich als auch gesamtgesellschaftlich betrachtet.

Im Gehirn konnte bei Experimenten nachgewiesen werden, dass beim Vorzeigen von Bildern einer ‚Fremdgruppe‘ die Amygdala verstärkte aktiviert wurde – diese ist verantwortlich für das Gefühl der Furcht/Angst und somit auch der damit einhergehenden Erwägung eines Fluchtversuchs. Und diese Reaktion ist evolutionär betrachtet auch überlebenswichtig. Bei Fotos der ‚Eigengruppe‘ war hingegen primär der präfrontale Cortex aktiv und fungiert, kurz gesagt, als ‚Dämpfer‘ der Amygdala. Diese Mechanismen laufen in unserem Gehirn ganz automatisch ab und werden dementsprechend auch nicht bewusst wahrgenommen.

Die Konsequenzen von Vorurteilen können sehr unterschiedlich sein und von ’nur‘ gedanklichen Vorurteilen, über heimliche Anfeindungen, bis hin zu Diskriminierungen und körperlichen Angriffen führen.

Neben diesem eher kognitiven Ansatz, muss jedoch auch betont werden, dass aus den bestehenden lerntheoretischen Theorien und daraus resultierenden Experimenten hervorgeht, dass Personen durch ihre Sozialisation oder durch Beobachtung von Gruppenunterschieden, Vorurteile erlernen (Lin, 2018).

Auch wenn Vorurteile demnach zwar wesentlicher Bestandteil unserer Psyche sind, lässt sich dennoch die Tendenz zu Klischees und Stereotypen überwinden und ist meines Erachtens nicht nur wünschenswert, sondern sogar zwingend erforderlich – und das in jeglichen Lebensbereichen! Vielleicht ist der erste Schritt in die richtige Richtung das Wissen über die Mechanismen von Vorurteilen und eine kritische Selbstreflexion, sowie im weiteren Verlauf eine kritische Reflexion und Konfrontation des Umfelds.

Eure Sophie von PsychInfos

Das, was man nicht sehen kann..

.. macht den wahren Wert eines Menschen aus.

„Nach einem Arztreport der Krankenkasse Barmer nimmt die Anzahl psychischer Störungen und Erkrankungen bei jungen Menschen stark zu. 2016 lag der Anteil der Betroffenen bei etwa einem Viertel der 18 – 25 Jahren und betrug damit 1,9 Millionen im Altersbereich dieser Gruppe. Sehr auffällig ist der Anstieg von Angststörungen und Depressionen.“ (Krankenkassenzentrale)

Immer mal wieder beschäftigt mich die drastische Zunahme psychischer Erkrankungen bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren. Seit 2012 ist die Entwicklung wirklich alarmierend. Nicht umsonst entwickeln sich zunehmend mehr Online-Beratungs-Plattformen, bereits für Kinder und Jugendliche, um eine anonyme Beratung auf den ‚Kanälen‘ (Social Media, Mail, WhatsApp und Co.) dieser Generation zu ermöglichen. Ich möchte nicht wissen wie alarmierend die Zahlen sonst wären, wenn es diese Angebote nicht gäbe. Ich finde sie auch absolut notwendig und gut, jedoch wird daneben zu wenig hingeschaut und thematisiert, was für Mechanismen und Werteentwicklungen in der Gesellschaft überhaupt zu einer derartigen Entwicklung führen können.

Neben noch weiteren Ursachen (welche ich nochmal separat benennen werde) wird die Zunahme psychischer Erkrankungen bei jungen Erwachsenen u.a. auch auf die Auswirkungen digitaler Medien, im speziellen der Benutzung sozialer Plattformen, zurückgeführt. Ich möchte nun auch nicht zu tief in die Thematik eintauchen, da ich mich sonst hier um Kopf und Kragen rede und den Beitrag vermutlich niemand mehr bis zum Ende liest – Stichwort ‚Medienkompetenz‘. Vielleicht schreibe ich da in einem separaten Beitrag nochmal was zu, auch wenn dies in meiner Ausführung eher in den pädagogischen Bereich fallen würde und daher nicht wirklich hierher passt – auch wenn die Übergänge teilweise sehr fließend sind. Ich werde mir darüber noch Gedanken machen.

Ich möchte an dieser Stelle nur auf einen einzigen Aspekt kurz eingehen, nämlich den des Körperbilds in den sozialen Medien. Seit einiger Zeit ist mir bereits, bei der ein oder anderen sozialen Plattform als auch im AppStore aufgefallen, dass es mittlerweile ja gefühlt für alles irgendwelche ‚Filter‘ oder ‚Bearbeitungsmöglichkeiten‘ gibt und die Liste wird auch leider nie kürzer: lange Wimpern, Sommersprossen, man kann seine Kinnpartie schmaler machen, seine Augen größer, seine Lippen voller und was weiß ich nicht noch alles. Wieso gibt es das überhaupt? Und damit wird sogar noch Geld verdient mit irgendwelchen kostenpflichtigen Apps oder angebotenen Abos für besagte Apps.

Es wird Geld verdient, auf Kosten des sowieso schon eher negativ behafteten Körperbilds von Jugendlichen und Heranwachsenden und ja, genau das wird sogar schamlos ausgenutzt. Nun kann sich jeder einfach so ‚bearbeiten‘, wie er oder sie gerne aussehen möchte oder auch nur denkt, aussehen zu müssen, um als besonders attraktiv zu gelten. Und sich dabei nur auf das Äußere von dem sehr komplexen Konstrukt der Attraktivität reduziert, da innere Werte und Gedanken ja sowieso nicht interessieren? Was bitte ist das für eine kranke und verzerrte und absolut surreale Gesellschaft, in der wir leben?

Und inmitten solchen Denkens und in dieser verzerrten Wahrnehmung des Lebens und des eigenen Körpers sollen sich psychisch gesunde und selbstbewusste Menschen entwickeln können, die sich ihres eigenen Wertes – unabhängig von ihrem Körper – bewusst sind? Finde den Fehler!

Natürlich sind soziale Plattformen viel mehr als dieses Phänomen, über welches ich so erschrocken bin, aber dennoch ist es mir aufgefallen und lässt mich wirklich zweifeln und nachdenken, ob es da noch irgendeine ‚Notbremse‘ gibt, so dass diese Entwicklung nicht noch weiter ihren Lauf nimmt, mit damit einhergehenden Konsequenzen für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung und Gesundheit.

Eure Sophie von PsychInfos

Entscheidungen treffen

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Jeden Tag unseres Lebens treffen wir unzählige Entscheidungen, z.B.:

„Was ziehe ich an?“ „Was möchte ich heute Mittag essen?“ „Welchen Film möchte ich schauen?“ „Nehme ich den Aufzug oder die Treppe?“ …

Solche und noch viele weitere Fragen stellen wir uns jeden Tag aufs Neue, teilweise manchmal sogar ohne uns überhaupt darüber bewusst zu sein. Die oben genannten Fragen mögen im Vergleich zu anderen Fragen des Lebens geradezu banal erscheinen.

Blickt man auf die Berufs- oder Studienwahl oder aber auch auf die Partnerwahl, haben dort getroffene Entscheidungen doch viel weitreichendere Konsequenzen als die Tatsache, ob wir heute das weiße oder das schwarze Shirt, aus unserem Kleiderschrank, anziehen.

Jedoch möchte ich nicht, dass durch meinen Beitrag, kleine Entscheidungen des alltäglichen Lebens grundsätzlich für unbedeutend und irrelevant verstanden werden. Denn auch diese, teilweise banal wirkenden und unwichtig scheinenden Entscheidungen, machen teilweise in ihrer Masse gesehen einen doch sehr großen Unterschied. Doch ich möchte in diesem Beitrag eher auf die Schwierigkeiten eingehen, die viele Menschen häufiger bei den ‚großen‘ Entscheidungen haben und darauf, worauf man dabei achten kann.

Zuerst einmal, wo genau liegt eigentlich die Problematik, wenn man sich nicht entscheiden kann? Genau, es gibt zu viele Wahlmöglichkeiten und die Angst sich ‚falsch‘ zu entscheiden und damit etwas ‚alt bewährtes‘ und ’sicheres‘ zu verlieren, kann einen Menschen dann im extremsten Fall, entscheidungsunfähig machen. Also kurz gesagt: Verlustängste! Und dann schiebt man Entscheidungen lieber auf – herzlich Willkommen im Zeitalter der Prokrastination! Mögen wir es doch am Liebsten so lange aufschieben, bis wir uns gar nicht mehr selbst entscheiden müssen, sondern uns durch äußere Einflüsse oder Begebenheiten die Entscheidung abgenommen oder von einer anderen Person getroffen wird, weil wir es uns schlichtweg bisher nicht getraut haben. Nicht getraut haben, die Verantwortung für uns und unsere Entscheidung in voller Konsequenz zu übernehmen, aus zu großer Angst vor einer Fehlentscheidung. Doch genau diese Angst gilt es meines Erachtens nach abzulegen für das eigene, mentale Wohlbefinden. Denn es ist meines Erachtens gesünder zwischendrin mal eine vielleicht nicht so ganz optimale Entscheidung zu treffen und dies im Anschluss korrigieren zu können, als überhaupt keine zu treffen und sich fremdbestimmen zu lassen.

Mag es auch im ersten Moment als sehr angenehm und unkomplizierter erscheinen, dass man selbst keine Entscheidung treffen muss und man doch lieber die Vorgaben des Außen annimmt, ‚wie sie dann eben sind‘. So ist man zumindest nicht gezwungen, sich aus seiner Komfortzone herauszubewegen. Aber der Preis, den wir zahlen, andere Personen oder Umstände entscheiden zu lassen, ist hoch. Welchen Preis ich meine? Unsere Freiheit! Die Freiheit zu entscheiden, welcher Mensch man sein möchte und was man sich für sein Leben vorstellt und dementsprechend zu handeln.

Doch was kann man tun, wenn man sich einer Sache nicht sicher ist und nicht weiß, für welche Person oder welche Sache man sich denn nun entscheiden soll oder eben auch nicht?

Hier ein paar Anregungen, die bei der Entscheidungsfindung helfen können:

  • höre auf deine Intuition
  • mache dich frei von Erwartungen und Vorstellungen anderer Menschen – überlege stattdessen: Was ist MIR wichtig?
  • habe dein längerfristiges Ziel bildlich vor Augen und überlege dir, ob die Entscheidung, die du triffst, dich näher zu deinem inneren Bild bringt oder eher von ihm wegführt
  • triff Entscheidungen nicht in Stresssituationen, sondern in ruhigen Momenten, so vermeidest du impulsive Entscheidungen
  • schlafe darüber und binde somit das Unterbewusste in die Entscheidungsfindung mit ein
  • schreibe eine Pro- und Kontra-Liste, achte jedoch darauf, ob du nicht bereits gezielt mehr Punkte für eine bestimmte Seite suchen möchtest, denn dann ist die Entscheidung für dich innerlich bereits gefallen, auch wenn du es dir bisher noch nicht eingestehen konntest
  • habe keine Angst vor etwas Neuem, denn das lässt dich für ewig in deiner Komfortzone verweilen und verbaut dir viele schöne Erfahrungen
  • schreibe auf, wie sich die jeweiligen Entscheidungen anfühlen, wenn du sie dir gedanklich oder bildlich vorstellst und reflektiere deine Gefühle dabei
  • schiebe Entscheidungen nicht zu lange auf (gib der Prokrastination keine Chance!) , denn sonst besteht die Gefahr, dass du Chancen verpasst, weil die Umstände sich ändern und du so gar keine eigene Entscheidungsmöglichkeit mehr hast

Ich wünsche dir viele gute Entscheidungen für dein Leben,

Sophie von PsychInfos

Sport und seine Wirkung auf die Psyche

Heute möchte ich ein bisschen was Persönliches und aus eigener Erfahrung berichten. Ich war wirklich lange Zeit meines Lebens ein absoluter ‚Sportmuffel‘.  So richtig ‚gepackt‘ hat der Sport mich noch vor gar nicht allzu langer Zeit. Doch ich probierte es ca. einem halben Jahr nochmal auf ein Neues aus und merkte plötzlich in mir eine, durch sportliche Betätigung ausgelöste, Energie und Power, die sich einfach nur toll anfühlte und die ich vorher auch noch nie in dem Ausmaß empfunden hatte. Bei meinen vorherigen, immer wieder aufs Neue abgeschlossenen Verträgen in Fitnessstudios, um dann nach anfänglicher Euphorie doch lieber nicht mehr hinzugehen – und mich stattdessen wieder in meine ‚Komfortzone‘ zu begeben. Vielleicht habt auch ihr damit Erfahrung 😉

Auf jedenfall probierte ich es erneut und ich weiß nicht was nun genau anders war, aber plötzlich spürte ich, wovon ich im Vorfeld schonmal gelesen und gehört hatte auch mal am eigenen Körper, nämlich, dass Sport nicht nur dem Körper an sich, sondern auch der Psyche enorm gut tut. Vielleicht war es einfach diesmal genau der richtige Zeitpunkt in meinem Leben, nach vielen vorangegangenen Veränderungen und Konflikten, für einen neuen Versuch mir einen körperlichen Ausgleich zu suchen. Vielleicht war es auch mein Körpergefühl, welches nun den Unterschied machte. Denn das ist ja doch mit Anfang 30, bereits Mutter, ein anderes, als mit 20 – bei mir auf jedenfall. Ich kann es nicht genau sagen – aber ein Unterschied war plötzlich spürbar!

Ich möchte noch ein bisschen auf die dahintersteckenden Mechanismen eingehen, woran esä konkret liegt, dass Sport auch der Psyche gut tut: Ausdauersport, also aerobe Belastungen, erhöhen die Konzentration verschiedener Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin im Gehirn.  Außerdem gibt es noch ein sogenanntes ANP (atriale natriuretische Peptid), welches bei körperlicher Belastung im Herzen freigesetzt wird und einen angstlösenden Effekt zeigt.

Es kann jedoch, neben dem rein bio-chemischen Geschehen im Körper auch psychologisch erklärt werden, wieso Sport gut tut. Ermüdungszustände und Widerstände werden durch das Sport treiben überwunden, was wiederum dazu führt, dass das Selbstwertgefühl und somit auch die Stimmung eines Menschen sich verbessert. Man spürt wieder mehr Energie im Körper, ist somit leistungsstärker und so kommt es sozusagen zu einer positiven ‚Aufwärtsspirale‘. Und Sport kann auch ohne tiefere Hintergründe einfach von Gedanken und Grübeleien ablenken, da der Fokus auf dem Körper liegt und somit nicht mehr der Fokus auf negative oder quälende Gedanken gerichtet ist.

Und wenn euch Motivation fehlt: sucht euch eine Freundin oder einen Freund, der euch begleitet oder sucht euch direkt sportliche Aktivitäten aus, die sowieso in Gruppen ausgeführt werden.

Meine letzte Nacht war sehr kurz, ich fühlte mich heute morgen einfach nur müde, schlapp und in vielen unterschiedlichen Gedanken und Emotionen gefangen – doch dann ging es mit einer lieben Freundin zum Sport mit anschließendem Gang auf eine Massageliege, die es in meinem Fitnessstudio gibt und ‚zack‘: ich fühle mich nun voller Energie, Tatendrang und meine Gedanken sind auch wieder etwas sortierter. Und nein, es lag nicht nur an dieser absolut großartigen Massageliege, von der ich bekennender Fan bin 😉

Eure Sophie von PsychInfos

Depression bei Männern – „Ich bin doch kein Weichei!“

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Ein Thema, welches sehr wichtig ist zu betrachten, vor allem unter dem Aspekt der häufiger auftretenden vollendeten Suiziden bei Männern. Insgesamt zählen Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Die WHO (World Health Organization) schätzt die Zahl der Menschen mit Depressionen in Deutschland auf 4,1 Millionen. Daher wird auch von der Stiftung Deutsche Depressionshilfe völlig zurecht von einer Volkskrankheit gesprochen. Die Dunkelziffer, so wird vermutet, ist allerdings noch weit höher. Depressionen sind die häufigste Ursache für einen Selbstmord, vor allem bei jüngeren Menschen.

Laut dem statistischen Bundesamt nehmen Männer sich deutlich häufiger das Leben als Frauen. Ca. 76% der Suizide wurden von Männern begangen.

Ein Problem sehe ich darin, dass bei Männern jedoch eine Depression seltener erkannt und behandelt wird, da sie sich häufig auch symptomatisch anders darstellen kann, als es bei Frauen der Fall ist. Daher möchte ich in diesem Beitrag gerne etwas genauer die Symptomatik einer ‚männlichen‘ Depression herausstellen, um dafür zu sensibilisieren.

Mögliche Symptome einer Depression bei Männern sind …

  • ausgeprägtes Leistungsdenken und damit einhergehende ‚Fluchten‘ in z.B. Arbeit oder Sport
  • erhöhte Reizbarkeit und aufbrausendes Verhalten
  • Aggression und Wutanfälle
  • Neigung zu Vorwürfen und nachtragendem Verhalten
  • erhöhte Risikobereitschaft (z.B. im Sport und/oder Straßenverkehr)
  • Schlafstörungen
  • vermehrter Alkohol- und Nikotinmissbrauch
  • Suizidgedanken

„Eine depressive Störung zuzugeben oder Hilfe zu suchen, bedeutet im traditionellen Männlichkeitsskript noch immer Status-, Männlichkeits- und Identitätsverlust“ (ÄrzteZeitung, 2018). Das erklärt auch die häufig auftretende Flucht in die Arbeit, den Sport oder auch den Alkohol, um den wahrgenommenen (häufig unbewussten) Verlust von sogenannter „Männlichkeit“ zu kompensieren. Trotz zunehmender Antriebslosigkeit versucht man, seine Aufgaben trotzdem weiter zu erfüllen, auch wenn dies einem immer schwerer fällt und immer mehr Zeit in Anspruch nimmt. Auch daraus kann sich ein Teufelskreis aus Überbeanspruchung und damit zusätzlichem Stress ergeben. Dies ist den Betroffenen oft nicht bewusst, doch viele gestehen sich nicht ein, dass sie erschöpft, traurig und teilweise ausgebrannt sind. Denn das passt einfach nicht in das traditionelle gesellschaftlichen Männerbild. Und das ist gefährlich!

Alle Menschen sollten dafür sensibilisiert werden, dass Depressionen sicher auch bei Männern genauso oft vorkommen wie bei Frauen, nur dass diese meist noch größere Probleme haben dies zu äußern („Ich bin doch kein Weichei!“) oder sie aufgrund anderer auftretender Symptomatik, wie z.B. vermehrtem Alkoholkonsum häufig auch als „Suchterkrankung“ diagnostiziert wird, hinter der jedoch häufig eine Depression liegen kann. Das Problem dabei ist dann, dass die Suchterkrankung beispielsweise symptomatisch behandelt wird, jedoch Rückfälle wahrscheinlich sind, da das dahinterliegende ursprüngliche ‚Problem‘ gar nicht erst erkannt wird.

Auch wenn andere Symptomatiken zu stark werden, z.B. Schlaflosigkeit, gehen Männer vielleicht zum Arzt, jedoch wird auch hier dann häufig nur symptomatisch behandelt. Daher ist es auch wichtig, dass durch regelmäßige Arztfortbildungen und eine entsprechende Sensibilisierung Fachpersonal entsprechend geschult wird.

Und nein Männer, ihr seid keine „Weicheier“ oder „Sensibelchen“, wenn ihr äußert, dass ihr energie- und kraftlos seid und Ängste und Niedergestimmtheit oder sogar Suizidgedanken mit euch herumtragt! Ganz im Gegenteil, so sehe ich das und ich hoffe auch viele andere Menschen, als unheimliche Stärke an, sich das einzugestehen und dies vertrauten Personen gegenüber zu äußern. Traut euch zu sagen, was ihr fühlt und fühlt euch bitte nicht in eurer ‚Männlichkeit‘ angegriffen, wenn Menschen in eurem Umfeld sich um euch sorgen. Das tun sie, weil sie euch lieben und euch nicht verlieren möchten! Und nicht, um euch eurer ‚Männlichkeit‘ zu berauben!

Eure Sophie von PsychInfos

Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html

Wüstel, Jens-Michael, Männliche Depression, 2018, Beltz-Verlag