Vergebung

Nicht nur anderen Menschen sollte man vergeben, wenn sie einem eine Verletzung zugefügt haben – egal ob seelisch oder körperlich. Auch sich Selbst sollte man vergeben können, wenn man sich jemand anderem gegenüber verletzend verhalten hat.

Wir alle machen Fehler oder verletzen andere Menschen, bewusst oder unbewusst. Diese Verletzungen können kleine oder große Wunden hinterlassen. Wie groß ein Fehler war, liegt immer auch an der Perspektive, aus der man im Nachhinein draufschaut. Am besten merkt man die ‚Größe‘ für sich persönlich am eigenen Gefühl. Und dieses Gefühl möchte und sollte ausreichend beachtet und gefühlt werden. Aber um den eigenen Weg im Anschluss weitergehen zu können, muss man gemachte Fehler oder verbliebene Verletzungen irgendwann ‚loslassen‘ und dies ist nur möglich, wenn man derjenigen Person, die einem die Verletzung hinzugefügt hat, vergibt. Und dies kann wie ich bereits schrieb, eine andere Person betreffen oder aber auch bedeuten, sich Selbst etwas zu vergeben.

Nur ohne das Vergeben der Verletzung, die man sich oder anderen zugefügt hat, kann man sich nicht davon erholen und seinen weiteren Lebensweg nicht mit der Stärke weitergehen, die in einem schlummert.

Vergebung heißt nicht, dass man ein bestimmtes Verhalten gut heißt oder es hierdurch legitimieren möchte oder es dadurch gar entschuldigen möchte. Es bedeutet lediglich, dass man es bewusst loslässt und es gehen kann und auch soll, damit man sich erholen kann und die hinterbliebene Wunde heilen kann.

Und ich meine damit auch nicht zwingend, dass man es Demjenigen mitteilt, dass man ihm oder ihr vergibt. Das kann auch ganz stillschweigend passieren, ohne dass die betreffende Person davon überhaupt etwas mitbekommt. Primär tut man sich Selbst einen sehr großen Gefallen, wenn man sich und/oder anderen Menschen vergeben kann. Man tut es für sich selbst, nicht für den Anderen! Und auch wenn die Wunden, die manche Menschen, Verhaltensweisen oder Erinnerungen hinterlassen teilweise lange benötigen um zu heilen, ist Vergebung der erste und notwendige Schritt.

Eure Sophie von PsychInfos 🖤

Monatsanfang als Neuausrichtung?

Na, wieso eigentlich nicht? Ein Viertel des Jahres ist bereits fast wieder vergangen. Die Sonne scheint, die Blumen beginnen zu blühen. Wenn man spazieren geht sieht man, wie die Tiere sich auf ihren Nachwuchs vorbereiten. Der Kreis des Lebens nimmt seinen Lauf und ich finde, dies ist in keiner Jahreszeit in der Natur so offensichtlich, wie es dies im Frühling ist. Der Beginn von etwas Neuem, etwas Schönen, auch in deinem Leben liegt vor dir. Auch wenn es manchmal auf den ersten Blick nicht so scheint.

Auch wir sind Teil der Natur und Teil des Kreislaufes und dürfen uns nicht nur, sondern sollten (!) uns immer wieder fragen, ob unser Leben so ist, wie wir es uns wünschen und wenn es nicht so ist, dürfen wir unseren Weg korrigieren. Natürlich können wir dies jederzeit tun, doch ich empfinde den Frühling hierfür als besonders einladend, sich darüber bewusst zu werden. Dann beginnt morgen auch noch ein neuer Monat. Also ist dies doch der perfekte Tag dafür, um für sich persönlich Bilanz zu ziehen.

Der Blick nach vorne will ausgerichtet und eventuell korrigiert werden auf das Ziel, dass du in deinem Leben erreichen möchtest und auf das du am Ende deines Lebens, zufrieden zurückschauen möchtest. Und niemand weiß, wie schnell dieser Zeitpunkt kommen wird.

Vielleicht sind einige Dinge im Außen für dich noch unklar, du denkst, dass manche Dinge ja auch nicht von dir abhängen, sondern von anderen Menschen oder Gegebenheiten. Das stimmt zwar, aber vor allem ist es wichtig, dass du für dich Klarheit hast und die Art und Weise, wie du mit den Situationen umgehst. Und das liegt ganz allein bei dir! Verliere nicht deinen Fokus auf dein Wunschleben und verfolge dieses innere Ziel. Verfolge deine tiefsten Wünsche und erwecke sie zum Leben!

Ich wünsche dir einen wundervollen Monatsanfang voll Klarheit für das, was du willst und was du dir und deinen Lieblingsmenschen um dich herum wünschst.

Sophie von PsychInfos 

Grübeln und was man dagegen tun kann

Photo by Juan Pablo Serrano Arenas on Pexels.com

Man spricht vom Begriff des Grübelns, wenn man über bestimmte Dinge oder Situationen immerzu nachdenkt und sich die Gedanken nur noch darum kreisen, man aber auch zu keiner Lösung für ebensolche Situationen kommt. Grübeln kann sehr quälend sein, wenn es einen im Alltag immerzu begleitet. Der Fokus auf die Gegenwart nimmt ab, denn meistens grübelt man über Situationen, die entweder in der Vergangenheit geschehen sind oder eben die Zukunft betreffen. Zum Beispiel denkt man über vergangene Konflikte oder Beziehungen oder belastende Situationen nach, welche man immer wieder im Kopf Revue passieren lässt und sie analysiert und zerdenkt – ohne dass dies letzten Endes zielführend ist. Meist verlässt man die Grübelphase ebenso unsicher, wie man in sie hineingegangen ist. Oder aber es wird an die Zukunft gedacht, wie sich Situationen eventuell entwickeln, meist begleitet von Ängsten und negativen und quälenden Gedanken.

Da das Grübeln aber oft, ohne eine Lösung zu finden, immer wiederkehrt und mit der Zeit zu immer mehr Sorgen führen, die ungelöst im Kopf schlummern, belastet es den Körper und die Psyche mit der Zeit sehr. Denn irgendwann ist die Kapazität für Gedanken, Gefühle und Sorgen erreicht. Nun ist die Frage, wenn Grübeln auf Dauer schädlich für den Körper als auch die Psyche ist – wie kann man es stoppen?

Hier sind ein paar Tipps:

Gedanken und Gefühle aufschreiben: Durch das Schreiben kann eine Art ‚Reinigung‘ im Kopf passieren. Es werden Gedanken und Gefühle geordnet und niedergeschrieben und somit auch rein bildlich von Innen nach Außen getragen. Dies kann dazu führen, dass die Gedanken und Gefühle auch nicht mehr als Teil von einem Selbst wahrgenommen werden und kann zur Entlastung führen.

Aufräumen: Durch äußere Ordnung kehrt auch manchmal innere Ordnung ein und nicht nur das Außen wird aufgeräumt, sondern auch das innere Chaos bekommt wieder eine Ordnung.

Achtsamkeit & Meditation: z.B. ans Meer, an einen See oder in den Wald gehen und sich nur auf die Sinneseindrücke und den Moment konzentrieren. Auch Meditation kann hilfreich sein, wenn man es etwas geübt hat.

Bewegung & Sport: Am Besten nicht zu Hause, um den Ort zu wechseln, um nach dem Heimkommen vielleicht mit etwas räumlichem Abstand eine neue Perspektive auf eine Situation bekommen zu haben. Ausdauersportarten, wie z.B. joggen kannst du auch gut mit Achtsamkeit verbinden, um nicht wieder ins Grübeln zu kommen. Auch beispielsweise beim Wandern in der Natur ist da sehr gut umzusetzen. Auch Yoga kann hilfreich sein und hat zusätzlich eine entspannende Wirkung.

Von der Emotion in die Kognition: Rätsel oder Sudoku lösen, etwas auswendig lernen oder ein Musikinstrument spielen und neue Stücke üben kann dich von der reinen Emotion und den Grübelkreisläufen auf eine sachliche und kognitive Ebene bringen.

Ich hoffe, dass einige dieser Tipps für dich hilfreich sind und vielleicht hast du auch schon eigene Erfahrungen gemacht, die du gerne teilen möchtest. Ich freue mich von dir zu lesen.

Eure Sophie von PsychInfos 🖤

Umgang mit Ängsten

Ein guter Studienfreund bat mich bereits vor längerer Zeit darum, einen Beitrag zum Umgang mit Ängsten zu schreiben. Das Thema ‚Angst‘ ist ein sehr komplexes Thema mit sehr vielen Facetten und möglichen Ansätzen und Herangehensweisen.

Da mir diese Bitte aber nun im Kontakt mit ihm vor einigen Tagen wieder eingefallen ist, möchte ich zumindest einen kurzen Beitrag zu dem Thema schreiben und ihm meinem lieben Studienfreund widmen und mich dafür entschuldigen, dass er nun solange darauf warten musste.

Angst: jeder kennt sie. Ist sie doch auch eine sehr positive und evolutionär gesehen absolut notwendige und überlebenswichtige Funktion unseres Körpers. Und nicht nur das – sie ist auch eine der 7 Basisemotionen des Menschen laut Paul Ekman (Anthropologe). Jeder kam irgendwann schonmal in seinem Leben mit Angst in Berührung, hat gespürt wie der Puls sich beschleunigt und die Körpertemperatur sich erhöht – und man vielleicht begann zu schwitzen. Manch anderer hat vielleicht ein kräftiges Ziehen im Bauchraum feststellen können bei einem aufkommenden Angstgefühl oder ähnliche Empfindungen. Die Symptome von Ängsten variieren ebenso stark wie die Intensität des Angstgefühls.

Ist die Angst doch so wichtig und essentiell, bereitet sie einigen Menschen jedoch auch starke Probleme im Alltag, z.B. wenn diese unter spezifischen Ängsten vor bestimmten Dingen oder Situationen leiden. Jedoch kann die Angst auch nicht nur in speziellen Situationen in dem Leben der Menschen eine Rolle spielen, sondern sie begleitet sie, wo immer sie sich auch befinden und was sie auch tun. Hier gibt es starke interindividuelle Unterschiede im Ausmaß der Symptomatik und der Intensität. Das Gefühl der Angst existiert jedoch in jedem der Fälle.

Wie geht man mit Ängsten, im allgemeinen Sinne, nun um? Ohne hier auf spezifische Ängste einzugehen, möchte ich hier nur einen groben Überblick über den Umgang mit Angst geben. Über spezifische Ängste könnte man in kommenden Beiträgen differenzierter und tiefgängiger eingehen.

Hier ein paar Tips, wie man mit Ängsten im Allgemeinen umgehen kann:

Akzeptiere die Angst
Das mag erstmal etwas komisch klingen, doch ein Wahrnehmen und Annehmen führt zu einem Akzeptieren der Angst. Akzeptieren, dass die Angst da ist. Zum Einen aus dem Grund, dass wenn man sie nicht akzeptierst und annimmt nochmal mehr körperliche und geistige Energie aufgewandt werden muss, um sie zu versuchen zu unterdrücken (was auf lange Sicht den Körper so erschöpft, dass die Angst Oberhand gewinnt). Und ohne Akzeptanz ergibt sich nicht die Möglichkeit, Gefühle auch loslassen zu können. Bevor Gefühle losgelassen werden können, beanspruchen sie erstmal überhaupt wahrgenommen und angenommen zu werden.

Versuche die Situation anders zu interpretieren
Wenn wir uns mal bewusst werden, was uns eigentlich meistens Angst macht, ist es weniger die Situation an sich, sondern unsere Interpretation der Situation und unsere inneren Gedanken dazu. Wenn dir dies bewusst ist (am besten schon bevor du in die angstbesetzte Situation hineingehst, sofern du das im Voraus weißt), kannst du dies nutzen und versuchen die Situation quasi ‚umzuinterpretieren‘.

Bewusste und tiefe Atmung
Wenn wir Angst haben, atmen wir häufig schneller, u.a. durch die Gefäßverengung und durch die Erhöhung unseres Herzschlages. Versuche bewusst dagegen zu steuern durch eine tiefe und bewusste Atmung. Dies signalisiert allein auf körperlicher Ebene bereits dem Körper, dass keine Angst nötig ist und man nicht gleich vor einer Gefahr flüchten muss.

Entspannungsmethoden erlernen
Dies könnten z.B. sein Yoga, Tai-Chi, progressive Muskelrelaxation.

Meditieren
Also so gesehen, vom ‚Außen‘ ins ‚Innere‘ kommen, in das Bewusstsein, dass im ‚Inneren‘ ein jederzeit sicherer Ort ist, der durch ein bisschen Übung völlig unbeeindruckt vom ‚Außen‘ und der dort herrschenden Angst existiert.

Rede oder schreibe über deine Ängste
So bekommen die Gefühle der Angst etwas rationales und nicht mehr so stark emotionales. Durch das verbale Ausdrücken oder das Aufschreiben kann es gut sein, dass auch bei dir die Emotion in die Ratio (lat. Vernunft) übergeht.

Dies sind erstmal nur ein paar Impulse wie man mit Ängsten im ganz allgemeinen Sinn erstmal lernen kann, mit Ihnen besser umzugehen. Das hängt aber natürlich sehr von der Intensität der Angst ab und es sollte individuell geschaut werden, ob nicht auch zusätzlich professionelle oder medizinische Unterstützung sowohl beim Umgang mit Angst als auch der Angstbewältigung notwendig ist.

In diesem Sinne: gebt euren Ängsten keine alleinige Macht über euer Leben und eure Handlungen! Und lasst sie euch nicht von euren Träumen und Vorstellungen abhalten 🖤

Eure Sophie von PsychInfos

Danke 🖤

Psychinfos ist ein kleines Herzensprojekt von mir, das es seit nun knapp 9 Monaten gibt.

9 Monate und 39 Beiträge später habe ich bei Instagram bereits 596 Abonnenten. In dieser Zeit habe ich schon sehr nette und tolle Bekanntschaften machen dürfen.

Sogar einen Gastbeitrag bei Faszination Psychologie gibt es von mir – zu dem Thema ‚Depressionen bei Mannern‘. (Der zweite Gastbeitrag ist übrigens bereits geplant 😉)

Ich freue mich sehr über den Support, den ich auf sehr unterschiedlichen Wegen – bei Instagram, Facebook, WordPress und auch persönlich in dieser Zeit erhalten habe und freue mich sehr darüber.

Neben meinem Masterstudium im Fach Psychologie (Schwerpunkt: Diagnostik & Evaluation), meiner Berufstätigkeit, neben meinem Herzenskind und dem sonst noch sehr turbulenten Alltag ist es mir nicht immer leicht gefallen, auch noch mein Mini-Herzensprojekt angemessen zu pflegen. Ich hoffe allerdings und habe mir fest vorgenommen, dass ich für Psychinfos spätestens ab dem Sommer diesen Jahres, nach Abgabe meiner Master-Thesis, mehr Zeit aufwenden möchte.

Es macht mir Spaß mit Menschen über die verfolgten Thematiken in den Kontakt und ins Gespräch zu kommen und freue mich auf die weitere Entwicklung meines Herzensprojektes 🖤

Danke an dieser Stelle an alle, die mir hier oder bei Instagram folgen und Kontakt zu mir aufnehmen.

Vielen herzlichen Dank!

Eure Sophie von PsychInfos

Du bist genug! You are enough!

Die Angst, nicht ‚genug‘ und ausreichend zu sein, kann unterschiedliche und auch mehrere Bereiche gleichzeitig betreffen. Man kann sich beispielsweise in seiner Kompetenz nicht gut genug fühlen, oder mit seinem Körper oder gar seiner ganzen Identität. Auch in Beziehungen kann man das Gefühl haben, nicht ‚genug‘ für andere Menschen zu sein.

Ursprung dieses schmerzhaften Gefühls ’nicht zu genügen‘, ist meist eine traumatische Erfahrung bzw. ein prägendes Verlusterlebnis in der Vergangenheit. Meist hat dies schon während der Kindheit stattgefunden. Manch einer sammelt jedoch auch ohne ‚traumatische‘ Erlebnisse im Laufe seines Lebens zahlreiche andere Erfahrungen, die einem genau dieses Gefühl vermitteln können – dass man nicht ‚ausreichend‘ sei. Egal ob es den Beruf betrifft oder aber Beziehungen zu Menschen. Hier sei aber zumindest ganz kurz anzumerken, dass der Aspekt des „Traumas“ auch sehr subjektiv zu bewerten ist und auch sehr von der Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) der einzelnen Person abhängt. Das Thema Trauma und auch das Thema Resilienz verdienen allerdings einen eigenen und ausführlicheren Beitrag. Kehren wir zurück zum ‚Nicht gut genug‘ – Dilemma.

Nicht schön genug, nicht reich genug, nicht freundlich genug, nicht höflich genug, nicht schlau genug, nicht erfolgreich genug, nicht dankbar genug, nicht glücklich genug, nicht dünn genug, nicht dick genug, nicht groß genug, nicht jung genug, nicht entspannt genug, …

Wo man auch hinblickt, lebt unsere Gesellschaft immerzu im Mangel – nicht nur im Außen, dass wir nicht genug besitzen und uns doch immer noch irgendetwas zu unserem ‚Glück‘ fehlt – sondern fatalerweise auch im Inneren – dass man gern anders und irgendwie gern ‚besser‘ wäre – was das auch für einen Menschen dann im Einzelfall bedeuten mag.

Im Mangel zu leben bedeutet, nicht wahrnehmen zu können, was man bereits alles erreicht hat und auch besitzt, mit was für Reichtümern (nicht materieller, sondern vor allem charakterlicher Natur) man bereits in seinem Leben beschenkt wurde. Was für Situationen man bereits erfolgreich und souverän bewältigt hat und was man für wertvolle Menschen in seinem Leben hat, die einen wohl absolut genauso lieben und schätzen, wie man ist (ob man das nun glaubt oder nicht – das ändert aber ja nichts an der Tatsache, dass es diese Menschen gibt).

Richten wir doch etwas mehr den Fokus auf die ‚Fülle‘ in unserem Leben, statt uns immer wieder den angeblichen Mangel vor Augen zu führen. Seien wir dankbar für die Fülle – sowohl im Außen als auch im Inneren. Fühlt in euch hinein und spürt, dass ihr sehr wohl ‚genug‘ seid, dass ihr liebenswert, schön und einzigartig seid und schenkt den Stimmen in euch, die etwas anderes sagen, nicht zuviel Gehör.

Schreibt mir gerne, wofür ihr in eurem Leben oder auch nur am heutigen Tag dankbar seit und transformiert so bereits ein kleines bisschen die bestehenden ‚Mangelgedanken‘ in euch. Auch dürft ihr mir sonstige Gedanken und Impulse schreiben.

Eure Sophie von PsychInfos

Lebenskrisen

Jede Krise im Leben, egal welchen Lebensbereich sie auch betrifft, raubt unheimlich viel Energie und Kraft. Manchmal überkommt einen in der Zeit das Gefühl der Machtlosigkeit und das Gefühl, dass man aus dieser krisenhaften Situation niemals unbeschadet herauskommt. Manchmal zweifelt man sein gesamtes bisheriges Leben mit allen, bis hierher getroffenen, Entscheidungen an.

Relativ sicher geht man auch nicht ganz unverwundet aus diesen Lebenskrisen hervor, aber die Wunden können versorgt werden und so mit der Zeit auch heilen.

Jede Krise rüttelt uns einmal ordentlich auf und durch. Gerade durch dieses ‚Durchrütteln‘ gewinnt man vielleicht neue Klarheit, ein anderes Bewusstsein für die Dinge und gelangt auch durch eine, neu eingenommene Perspektive, zu anderen Ansichten. Hierdurch kann inneres Wachstum passieren und man geht demnach mit einem ‚Mehr‘ aus einer Krise hervor.

Auch wenn man das ‚innere Wachstum‘ auch meist erst nach der Krise wirklich bewusst wahrnimmt und spürt – so kann man mit einigem Abstand dann auch wahrnehmen, dass man durch die Krise an Stärke gewonnen, und nicht verloren hat. Man gewinnt hierdurch an Widerstandskraft und Beständigkeit im Leben. Manchmal zeigt einem solch eine Phase noch deutlicher, was man im Leben will und was eher nicht. Welche Mensch man aktuell ist und welcher Mensch man anstrebt zu sein.

Wir sind nicht schwach, wenn wir in einer Krise sind und uns hilflos und machtlos fühlen. Auch wenn wir das häufig so empfinden und auch glauben, dass andere uns als schwach wahrnehmen müssten. Wir alle wissen aber auch, dass wir oft Dinge glauben oder vermuten, die letzten Endes gar nicht der Wahrheit und Realität entsprechen. Und wir wissen auch, dass wir im Selbstgericht mit uns wesentlich härter sind, als wir es mit den Menschen um uns herum sind oder jemals wären.

Ein Weitergehen mit optimistischem und einem nach vorne gerichtetem Blick, so schwer die Umstände auch manchmal zu sein scheinen, erfordert unglaublich viel Stärke und Mut. Das können wir nur meist erst mit etwas zeitlichem Abstand anerkennen.

Wir alle haben sie aber in uns – diese Stärke – sie muss nur offengelegt und damit sichtbar gemacht werden. Dadurch, dass man alte und fest verankerte Glaubenssätze und auch Ängste beginnt loszulassen und lernt wieder Vertrauen zu fassen. Vertrauen zu fassen – sowohl in sich Selbst als auch in andere Menschen.

Wachstum erfordert Loslassen und Loslassen erfordert Vertrauen!

Eure Sophie von PsychInfos

Wege zurück ins Vertrauen

Vertrauen und Liebe stehen in einem sehr großen wechselseitigem Zusammenhang.

Und ohne Frage ist ein Vertrauensbruch in einer Freundschaft oder einer Beziehung wohl eine der schmerzhaftesten Erfahrungen und eine starke Belastungserprobung für das Miteinander. Man fühlt Wut, Schmerz, Trauer und starke Unsicherheit. Unsicherheit an der Seite einer Person, wo man sich zuvor noch meist sicher und geborgen gefühlt hat und dachte, dass man genauso wie man eben ist, geliebt und respektiert wird.

Vertrauensbrüche sind aber auch menschlich und es sollte hinterfragt werden, wie man selbst gehandelt oder eben nicht gehandelt hätte, wenn man in einer entsprechenden Situation gewesen wäre, bevor man zu hart über den Anderen urteilt und ihm nur Böses unterstellt. Das mag in der ersten emotionalen Reaktion zwar erstmal menschlich sein und man darf und sollte auch seiner Wut und seinem Schmerz freien Lauf lassen können und dürfen, aber ab einem bestimmten Punkt kommt es darauf an, zu reflektieren. Und nicht nur den Anderen, sondern auch sich selbst. Je nach Art des Vertrauensbruchs und der Schwere, entscheiden sich dann die Menschen manchmal dafür, sich und ihrer Liebe oder ihrer Freundschaft doch noch eine Chance zu geben.

Manche Menschen sind davon überzeugt, dass das nicht funktionieren kann, wenn einmal das Vertrauen erschüttert ist.

Jedoch gibt es Wege, wie man das Vertrauen wieder stärken kann und zu einem sicheren Gefühl miteinander, zurückkommen kann:

Es muss einem bewusst sein, dass ein empfundener Vertrauensbruch die ‚Basis‘ erstmal doch sehr beschädigt. Es gilt also mehr als sonst, behutsam und einfühlsam zu sein, denn die Basis ist angeknackst und braucht nun erstmal etwas Pflege und Achtsamkeit als ‚Gerüst‘, bis die Basis wieder derartig gefestigt ist, dass sie auch wieder selbstständiger und sicherer für sich alleine wachsen kann.

Manchmal braucht der verletzte Mensch dann Freiraum und oder einen Rückzugsort, um sich zu sammeln und ab und an zu ’schütteln‘ und wieder etwas klarer sehen zu können. Vielleicht stellt derjenige die Beziehung oder Freundschaft stark in Frage und braucht einfach zwischendurch Zeit für sich. Das sollte meiner Meinung nach so oder so in jeder Beziehung möglich sein, aber hier ist es nochmal wichtiger, dass einem diese Zeit gegeben wird und man sie sich nimmt.

Weiter hilft es sehr, wenn man gegenseitig zu seinen Fehlern und Schwächen steht und diese kommuniziert und offenlegt, anstatt sie verbergen zu wollen. Denn ist man dann nicht bloß eine leere Hülle, als die man sich verkauft, als wenn man sich wahrhaftig und aufrichtig dem Anderen zeigt? Und vergessen wir nicht, wir haben alle (!) unsere Schwächen und diese gehören ebenso in eine Beziehung wie die jeweiligen Stärken.

Kommunikation ist wohl das wesentlichste Element. Reden! Nicht schweigen und zuviel Raum für Vermutungen und Unterstellungen lassen und die Emotionen in sich hineinfressen, auch wenn man es manchmal zu gerne täte und es vielleicht auch weniger konfliktbehaftet ist, wenn man es tut. Letzten Endes platzen die Gedanken und Emotionen sowieso an irgendeiner Stelle raus. Dann doch lieber kontrolliert und dosiert bei einem ruhigen Gespräch in netter Atmosphäre.

Man sollte auch bei Kleinigkeiten das Gefühl haben, sich aufeinander verlassen zu können. Absprachen werden getroffen und eingehalten oder es werden neue Absprachen getroffen, die für beide Parteien passen und sich für alle gut anfühlen.

Ebenso sollte es keine Geheimnisse und Heimlichtuereien geben, die das noch angeknackste Gerüst, noch weiter beschädigen könnten.

Nehmt euch und eure Emotionen gegenseitig ernst und räumt beiden Seiten Raum und Verständnis ein.

Ein Vertrauensbruch ist schmerzhaft und kann eine wirkliche Bedrohung für eine Beziehung sein. Jedoch kann es auch eine wahnsinnig gute Chance für eine erfüllte Beziehung sein, sich selbst und auch den Anderen mehr in seiner Einzigartigkeit zu entdecken und lieben zu lernen.

Ich wünsche euch, dass ihr bereit seid, diesen schweren Weg mit euren Herzensmenschen zu gehen, denn wir sind alle nicht perfekt und werden es nie sein. Aber dazu zu stehen und es gemeinsam besser machen zu wollen, das ist wohl der größte Vertrauensbeweis.

Eure Sophie von PsychInfos

Stehst du zu deinen Entscheidungen?

Manchmal fällt es uns schwer, Entscheidungen zu treffen – man wägt vieles ab, eventuell verletzt man auch andere Menschen durch Entscheidungen, die man für sich trifft. Oder es bringen Umorientierungen im Leben, Veränderungen mit sich, vor denen man einfach erstmal Angst hat.

Vielleicht verstehen nahestehende Menschen, getroffene Entscheidungen auch nicht und man gerät in Versuchung sich rechtfertigen oder erklären zu wollen und ist vergebens auf der Suche nach Verständnis und Zustimmung für getroffene Entscheidungen bei ebendiesen Menschen.

Es ist die Frage, inwiefern man sich jedoch davon abhängig machen möchte, anstatt einfach selbstbewusst zu seinen Entscheidungen zu stehen, egal, was andere Menschen davon denken mögen. Man hat seine ganz individuellen und teilweise für Andere nicht erklärbaren Gründe für Entscheidungen, die man in seinem Leben getroffen hat oder zukünftig auch noch treffen wird.

Am schlimmsten wäre es jedoch, wenn die Angst uns lähmt und wir besser gar keine Entscheidungen treffen, denn dann wird das Leben rein vom Außen geleitet und entschieden – reaktiv statt proaktiv!

Trefft Entscheidungen und steht dazu, denn ihr habt sie nicht ohne Grund getroffen! 🖤

Eure Sophie von PsychInfos