Wege zurück ins Vertrauen

Vertrauen und Liebe stehen in einem sehr großen wechselseitigem Zusammenhang.

Und ohne Frage ist ein Vertrauensbruch in einer Freundschaft oder einer Beziehung wohl eine der schmerzhaftesten Erfahrungen und eine starke Belastungserprobung für das Miteinander. Man fühlt Wut, Schmerz, Trauer und starke Unsicherheit. Unsicherheit an der Seite einer Person, wo man sich zuvor noch meist sicher und geborgen gefühlt hat und dachte, dass man genauso wie man eben ist, geliebt und respektiert wird.

Vertrauensbrüche sind aber auch menschlich und es sollte hinterfragt werden, wie man selbst gehandelt oder eben nicht gehandelt hätte, wenn man in einer entsprechenden Situation gewesen wäre, bevor man zu hart über den Anderen urteilt und ihm nur Böses unterstellt. Das mag in der ersten emotionalen Reaktion zwar erstmal menschlich sein und man darf und sollte auch seiner Wut und seinem Schmerz freien Lauf lassen können und dürfen, aber ab einem bestimmten Punkt kommt es darauf an, zu reflektieren. Und nicht nur den Anderen, sondern auch sich selbst. Je nach Art des Vertrauensbruchs und der Schwere, entscheiden sich dann die Menschen manchmal dafür, sich und ihrer Liebe oder ihrer Freundschaft doch noch eine Chance zu geben.

Manche Menschen sind davon überzeugt, dass das nicht funktionieren kann, wenn einmal das Vertrauen erschüttert ist.

Jedoch gibt es Wege, wie man das Vertrauen wieder stärken kann und zu einem sicheren Gefühl miteinander, zurückkommen kann:

Es muss einem bewusst sein, dass ein empfundener Vertrauensbruch die ‚Basis‘ erstmal doch sehr beschädigt. Es gilt also mehr als sonst, behutsam und einfühlsam zu sein, denn die Basis ist angeknackst und braucht nun erstmal etwas Pflege und Achtsamkeit als ‚Gerüst‘, bis die Basis wieder derartig gefestigt ist, dass sie auch wieder selbstständiger und sicherer für sich alleine wachsen kann.

Manchmal braucht der verletzte Mensch dann Freiraum und oder einen Rückzugsort, um sich zu sammeln und ab und an zu ’schütteln‘ und wieder etwas klarer sehen zu können. Vielleicht stellt derjenige die Beziehung oder Freundschaft stark in Frage und braucht einfach zwischendurch Zeit für sich. Das sollte meiner Meinung nach so oder so in jeder Beziehung möglich sein, aber hier ist es nochmal wichtiger, dass einem diese Zeit gegeben wird und man sie sich nimmt.

Weiter hilft es sehr, wenn man gegenseitig zu seinen Fehlern und Schwächen steht und diese kommuniziert und offenlegt, anstatt sie verbergen zu wollen. Denn ist man dann nicht bloß eine leere Hülle, als die man sich verkauft, als wenn man sich wahrhaftig und aufrichtig dem Anderen zeigt? Und vergessen wir nicht, wir haben alle (!) unsere Schwächen und diese gehören ebenso in eine Beziehung wie die jeweiligen Stärken.

Kommunikation ist wohl das wesentlichste Element. Reden! Nicht schweigen und zuviel Raum für Vermutungen und Unterstellungen lassen und die Emotionen in sich hineinfressen, auch wenn man es manchmal zu gerne täte und es vielleicht auch weniger konfliktbehaftet ist, wenn man es tut. Letzten Endes platzen die Gedanken und Emotionen sowieso an irgendeiner Stelle raus. Dann doch lieber kontrolliert und dosiert bei einem ruhigen Gespräch in netter Atmosphäre.

Man sollte auch bei Kleinigkeiten das Gefühl haben, sich aufeinander verlassen zu können. Absprachen werden getroffen und eingehalten oder es werden neue Absprachen getroffen, die für beide Parteien passen und sich für alle gut anfühlen.

Ebenso sollte es keine Geheimnisse und Heimlichtuereien geben, die das noch angeknackste Gerüst, noch weiter beschädigen könnten.

Nehmt euch und eure Emotionen gegenseitig ernst und räumt beiden Seiten Raum und Verständnis ein.

Ein Vertrauensbruch ist schmerzhaft und kann eine wirkliche Bedrohung für eine Beziehung sein. Jedoch kann es auch eine wahnsinnig gute Chance für eine erfüllte Beziehung sein, sich selbst und auch den Anderen mehr in seiner Einzigartigkeit zu entdecken und lieben zu lernen.

Ich wünsche euch, dass ihr bereit seid, diesen schweren Weg mit euren Herzensmenschen zu gehen, denn wir sind alle nicht perfekt und werden es nie sein. Aber dazu zu stehen und es gemeinsam besser machen zu wollen, das ist wohl der größte Vertrauensbeweis.

Eure Sophie von PsychInfos

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